Kapitel 4 - Im Frankenreich Karls des Großen: Teil 1
Aus den wirren Zeiten der Völkerwanderung sind kaum Dokumente erhalten geblieben. Daß es in den ehemals römischen Gebieten des Frankenreichs starke jüdische Gemeinden gab, wissen wir nur aus Rückschlüssen. Als, z.B., Pippin III., der Vater Karls des Großen, im Jahr 759 Narbonne eroberte, den letzten Stützpunkt der Araber im Frankenreich, übergab er die Hälfte der Stadt den Juden zum Dank für ihre Waffenhilfe. Während Karl der Große die Heiden durch Missionstätigkeit, aber auch mit dem Schwert, christianisierte, durften die Juden, als das Volk der Bibel, ihre Religion behalten. Im allgemeinen waren die Juden unter diesem Kaiser den Christen gleichgeachtet. Karl der Große nahm die Juden wie andere Gesellschaftsgruppen unter seine Vormundschaft, wofür sie ihm Gefolgschaft und Treue zusicherten. Leben, Ehre, Religionsausübung, Eigentum und Freiheit des Handels standen unter kaiserlichem Schutz. Von tiefgreifender Konsequenz war auch, dass die Juden ihre Zivilstreitigkeiten nach ihrem ...